Mar 24, 2014

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First Times – Leseprobe

Am 1. April ist es schon so weit, dann erscheint meine nächste Novelle “First Times” als ebook.

Worum es geht?
Zwei Jahre ist es her, dass Dan den schwulen Bruder seiner ersten Freundin nackt unter der Dusche gesehen hat. Damals hat Jared ihn in die Schranken gewiesen, um die Entjungferung seiner Schwester zu verhindern. Doch seit dieser Nacht bekommt Dan Jared und seinen perfekten Körper nicht mehr aus dem Kopf. Er denkt dauernd an ihn, auch in Situationen, in denen er bestimmt nicht an andere Männer denken sollte. Als er Jared auf einer Party wiedersieht, beschließt Dan, ihn zu konfrontieren. Wenn er schwul ist, dann ist es Jareds schuld und dafür sollte er Verantwortung übernehmen! Dan will ihn dazu überreden, seine ersten Erfahrungen mit ihm machen. Jared ist beeindruckt von so viel Dreistheit und Naivität. Immer wieder erteilt er Dan eine Abfuhr, doch dieser lässt nicht locker …

 

Es werden noch minimale Änderungen gemacht, ansonsten bin ich fertig und arbeite schon am nächsten Projekt. Um die Wartezeit ein wenig zu versüßen, könnt ihr hier bereits in die Leseprobe reinschnuppern. Viel Spaß!

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Ich gab Jared Campbell die Schuld daran, dass ich schwul war. Bevor ich ihn nackt unter der Dusche gesehen hatte, war mein Leben normal gewesen. Ich hatte die richtigen Pornos gesehen, zu den richtigen Bildern masturbiert und ich ging mit dem schönsten Mädchen der ganzen Schule, Beth, Jareds Schwester. Sie war großartig. Die Art von Mädchen, die deine Eltern lieben und die aber trotzdem unanständig genug war, dass sie nichts dagegen hatte, wenn du sie im Kino befummelst. Sie hatte ein Lächeln, das auf der einen Seite immer schief nach oben ging und sie roch nach Erdbeeren und Zitronengras. Wir hatten uns bereits geküsst und einmal ließ sie mich auf der Rückbank vom Wagen ihres Vaters ihre Brüste berühren.

Damals dachte ich, ich wäre verliebt, aber machen wir uns nichts vor. Ich war ein Teenager. Ich war dauergeil. Ich hätte einem Baum meine Liebe geschworen, wenn er mir dafür einen runtergeholt hätte.

Und dann traf ich Jared.

Beths Eltern machten irgendwas in der Politik und waren das Wochenende über zu einem Kongress gefahren. Ich hatte Beth überreden können, dass ich bei ihr übernachten durfte. Wir wussten beide, was das bedeutete. Davor hatten wir nie eine Nacht gemeinsam verbracht. Ich hatte Kondome gekauft und sogar Kerzen, weil ich wo gelesen hatte, dass Mädchen so was mochten. Ich war so aufgeregt, dass ich nicht sicher war, ob ich überhaupt einen hochkriegen würde.

Ich wusste, dass Beth einen Bruder hatte. Und ich wusste, dass der schwul war. Anfangs hatte es mich nervös gemacht. Ich hatte keine Erfahrung mit Schwulen. Was wenn er mich anmachte? Aber dann sah ich ihn nie. Jared übernachtete meist woanders, und als er ins College kam, nahm er sich ein Apartment dort in der Nähe. Das eine Mal, als wir uns flüchtig im Flur begegneten, ignorierte er mich. Ich hielt ihn für ein Arschloch. Dann vergaß ich irgendwann, dass er überhaupt existierte.

Umso überraschter war ich, als er an diesem Abend plötzlich im Wohnzimmer auftauchte. Der Film, den Beth und ich uns angesehen hatte, war gerade zu Ende und wir machten auf dem Sofa rum, während im Hintergrund der Abspann lief. Meine Hand glitt gerade unter ihr Top und ihren nackten Rücken hinauf, als er sich räusperte. Sofort sprangen Beth und ich auseinander. Mein Herzschlag raste und ich zog hastig mein T-Shirt nach unten, um meine Erektion zu verbergen.

Jared wirkte amüsiert. Er hatte eine Braue raufgezogen, aber da war auch ein warnendes Funkeln in seinen Augen, das mir Angst machte. Er war gutaussehend. Ich weiß noch, dass mich das irritierte. Dichtes, dunkles Haar, das ihm unordentlich in die Stirn fiel und ein scharfkantiges Gesicht mit einem Dreitagesbart, das ihn wie einen Verbrecher aussehen ließ. Über seinen muskulösen Oberkörper spannte sich ein enges T-Shirt, abgesehen davon sah er gar nicht schwul aus. Eher wie jemand, bei dessen Anblick man die Straßenseite wechselt, wenn er einem im Dunklen entgegenkommt. Wie jemand, der jedes Mädchen haben konnte.

Beth war deutlich entspannter als ich. »Was machst du hier?«, fragte sie und fuhr mit den Fingern ihre Lippenkontur nach, wo ihr pinkfarbener Lippenstift verwischt war.

»Mum und Dad wollten, dass ich übers Wochenende hier bleibe«, sagte Jared und ließ eine Sporttasche neben seine Füße auf den Boden fallen. »Anscheinend machen sie sich große Sorgen um ihr Lieblingskind.« Er sah mich an und ich konnte fühlen, wie mir die Hitze ins Gesicht schoss. »Und nicht umsonst, wie’s scheint. Ich wusste gar nicht, dass wir einen Übernachtungs-Gast haben.«

»Ich brauche keinen Babysitter.«

Jared schnaubte.

»Wenn du mich verpetzt, verrate ich Mum und Dad, wo du deinen Marihuana-Vorrat versteckst.«

Jared lächelte unbekümmert. Es war klar, dass er ihre Drohungen nicht ernst nahm. »Der Kleine kann von mir aus bleiben, aber wenn ich auch nur den Bettrahmen quietschen höre, ziehe ich ihn an den Ohren auf die Straße und versohle seinen jungfräulichen Arsch.« Und er sah aus, als könnte er es. Mit solchen Oberarmen.

Beth warf ein Kissen nach ihm. Auf ihren Wangen waren kreisrunde Flecken erschienen. »Verschwinde!«

Jared wich zur Seite und hob abwehrend die Hände hoch. Er wich langsam nach hinten. »Schon gut. Ich gehe nach oben. Versucht so lange eure Klamotten anzubehalten.«

Das war kein Problem. Mir war die Lust gehörig vergangen. Dabei hatte der Abend so gut angefangen. Ich war mir sicher gewesen, heute würde es passieren. Und jetzt das. Wieso musste ausgerechnet Beths Bruder auftauchen? In dem Moment hasste ich ihn ein bisschen. Er war vier Jahre älter als ich und ich hatte keine Lust, mich mit ihm anzulegen, aber ganz wollte ich den Abend noch nicht aufgeben. Sex fiel weg, schon klar, aber vielleicht könnten Beth und ich ein wenig unter der Decke fummeln.

Beth schaltete den Fernseher aus. Wir lächelten uns schüchtern an. Ich küsste sie leicht auf die Wange, dann holte ich meine Tasche vom Hauseingang, wo ich sie vorher abgestellt hatte und trug sie in Beths Zimmer hinauf. Nachdem Jared uns unterbrochen hatte, wollten wir irgendwo hin, wo wir ungestört sein konnten. Beth legte Musik auf und ich ging ins Badezimmer, um mir die Zähne zu putzen. Körperhygiene war sehr wichtig für Mädchen. Auch das hatte ich irgendwo gelesen.

Ich hatte die Zahnbürste gerade erst in meinen Mund geschoben, bürste über meine Backenzähne und erstickte fast daran, als Jared die Badezimmertür aufschob und auf mich zukam. Instinktiv drückte ich mich mit dem Rücken zur Wand, die Zahnbürste in meinem Backenzwischenraum erstarrt. Ich war mir sicher, er würde mich verprügeln oder seine Drohung wahrmachen und mich an den Ohren rausschleifen. Wahrscheinlich hatte er gesehen, wie ich vorhin Beths Hintern angestarrt hatte, als sie vor mir die Treppe raufging.

Aber Jared beachtete mich nicht einmal. Er ging an mir vorbei, ohne mich anzusehen und zog zeitgleich sein T-Shirt über den Kopf. Dann öffnete er seinen Jeansknopf und ich wendete den Blick hastig zur Decke.

Ich hielt die Zahnbürste so fest umklammert, dass meine Finger taub wurden. Aus den Augenwinkeln sah ich seine Unterhose zu Boden fallen. Ich zwang mich, die Zahnbürste erneut zu bewegen. Ganz gemächlich. Als wäre es das normalste auf der Welt, dass Beths schwuler Bruder sich neben mir auszog. Störte mich überhaupt nicht. Ich war cool. So was von cool.

Ich hörte das Duschwasser prasseln und blickte nach unten. Gerade rechtzeitig, um einen guten Blick auf Jareds nacktes Hinterteil zu erhaschen, als er in die Dusche kletterte. Jareds wirklich knackiges Hinterteil.

Großer Gott.

Ich musste raus hier. Zwar hatte ich erst angefangen mit dem Zähneputzen, aber ich tat, als wäre ich fertig, spuckte ins Waschbecken und spülte meinen Mund. Einfach unauffällig bleiben. Jared würde mich gleich wieder vergessen.

Ich ließ meine Zahnbürste neben die von Beth in einen pinken Becher zurückfallen und wandte mich der Tür zu.

»Ich hoffe, du erwartest heute nicht mehr allzu viel Action.« Jareds Stimme wurde vom Rauschen der Dusche übertönt, aber ich konnte ihn trotzdem hören.

»Was?«

»Ich hab die Kondome in deiner Tasche gefunden.«

»Du warst an meiner Tasche?«, fragte ich laut. Der Gedanke machte mich wütend genug, dass ich meinen Schreck vergaß. Was bildete sich dieser Typ bloß ein?

»Ein ganzer Streifen?« Jared gluckste vergnügt. »Sehr optimistisch. Du darfst dir die Kondome wieder abholen, wenn du Bartwuchs entwickelt hast.«
»Was soll das heißen?«, fragte ich und schlug mit der flachen Hand gegen die Duschwand. Ich konnte seine Silhouette dahinter eingehüllt in Dampf und Wasser erkennen. Ich wollte es nicht zugeben, aber er hatte einen echt tollen Körper. »Hast du meine Kondome geklaut?« Das war doch wohl nicht sein Ernst. Das Zeug war verdammt noch mal teuer! Und ich hatte sicher zehn Minuten vor dem Laden verbracht, bis ich genug Mut gesammelt hatte, um welche zu kaufen.

»Verschwinde lieber, bevor ich mir noch andere Vorsichtsmaßnahmen ausdenke. Oder dachtest du wirklich, du könntest meine kleine Schwester entjungfern, während ich im Haus bin?«

Meine Hand berührte noch immer die Dusche. Ich wich nicht zurück. Meine Stimme raunte, »Wer sagt, dass Beth noch Jungfrau ist?«
Ich sah Jareds Figur kurzfristig erstarren. Er stellte das Wasser ab, drehte sich um. Die Duschwand war beschlagen, aber Jared wischte mit der Handfläche über das Glas, bis er mich wieder sehen konnte. Wasser tropfte von seinen Haaren in sein Gesicht. Meine Lippen standen offen und ich konnte fühlen, wie mein Mund trocken wurde.

»Du willst hoffentlich nicht, dass ich zu dir rauskomme«, sagte er, sein Tonfall gefährlich ruhig, fast einlullend. Dann lächelte er und lehnte sich vor, sodass seine Stirn das Glas berührte. »Oder du kommst zu mir rein und wer weiß, vielleicht verliert heute doch noch jemand seine Jungfräulichkeit.«

Mein Herz sprang gegen meinen Brustkorb und ich stolperte zurück. Ich hörte Jared noch lachen, als ich die Badezimmertür aufriss und nach draußen flüchtete. Ich konnte nur daran denken, wie knapp ich daran vorbeigeschrammt war, von einem nackten, schwulen Kerl in dessen Badezimmer überfallen zu werden. Und wie falsch es war, dass ich eine Erektion hatte.

Ich war erleichtert, als ich wieder bei Beth im Zimmer war. Meine liebe, hübsche, sichere Beth. Sie lächelte, als sie mich sah und nachdem sie bemerkte, wie nervös ich war, zog sie mich in ihre Arme und hauchte mir süße Küsse auf den Mund. Ihre Lippen waren herrlich zart und sie schmeckte nach Minze und den zuckrigen Bonbons, die sie ständig lutschte. Ich wollte gar nicht daran denken, wie es sein musste, einen Kerl zu küssen. Jared hatte Stoppeln auf den Wangen, die würden sicher kratzen. Es wäre rau, fast grob. Ganz anders als mit einem Mädchen. Und der Körper. Beth schmiegte sich ganz weich an mich. Meine Hände umfassten ihre Hüften, während ich sie immer drängender zurückküsste, drängender als wir beide es gewohnt waren und ich hörte, wie sich ihre Atmung beschleunigte. Nein, Jareds Körper würde sich ganz anders anfühlen. Sicher falsch. Viel härter, unnachgiebiger, gestählte Muskeln anstatt sanfter Rundungen. Meine Hand glitt unter Beths T-Shirt, strich über ihren Bauch. Jared trainierte, das hatte man sehen können. Beths Körper war dort weich, ganz empfindlich, aber Jared, Jared hatte -

Plötzlich spürte ich Beths Hand zwischen meinen Beinen. Sie hatte mich dort noch nie angefasst. In meinem Kopf schwirrten noch Bilder von Jared und seinen Bauchmuskeln, seinem Hintern und – das Gefühl wurde zu viel für mich. Beths Berührung war ganz zart, aber ich spürte wie etwas in mir zusammenbrach, alles sich anspannte und dann – Erlösung.

Beth starrte erst auf ihre Hand und dann auf mich. Der feuchte Fleck auf meiner Hose war deutlich sichtbar und ich spürte, wie ich feuerrot anlief. Ich fühlte mich wieder wie dreizehn. So schnell war ich nicht mehr gekommen, seitdem ich die Masturbation zum ersten Mal für mich entdeckt hatte. Und Beth starrte mich immer noch an. Kein Loch tat sich im Boden für mich auf und ich tat das erste, das mir in den Sinn kam. Ich küsste Beth panisch und mit zu viel Zunge und sagte ihr, dass ich sie liebte.

****

Wie man sich vielleicht denken kann, nahm ich an diesem Abend Beth nicht ihre Jungfräulichkeit. Die nahm ich ihr drei Monate später, exakt zwei Monate nachdem sie mit mir Schluss gemacht hatte und von ihrem neuen Date in der Ballnacht sitzen gelassen worden war. Dafür verlor ich etwas ganz Entscheidendes. Einen Teil meiner Würde und die Sicherheit meiner sexuellen Orientierung.
Wie gesagt, ich gab Jared die Schuld an allem.

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